Tafel 30/1: Leichtathletik

Die 80-er und die beginnenden 90-er waren die Hochzeiten der Ettlinger Leichtathletinnen.

Den Trainern René Asché, Josef Kast und Peter Siegwarth war es gelungen, durch intensive  Zusammenarbeit mit den Ettlinger Schulen und dem Sportinstitut der Universität Karlsruhe über viele Jahre hinweg die weibliche Leichtathletik im Kreis Karlsruhe in  sämtlichen Disziplinbereichen mit zu bestimmen.

Neben einer außergewöhnlichen Leistungsbreite, die sich immer wieder an hervorragenden Platzierungen der Ettlingerinnen bei Deutschen Mannschaftsmeisterschaften zeigte, entsprangen der Ettlinger Leichtathletikschmiede regelmäßig Athletinnen, die die Stadt weit über ihre Grenzen hinaus auch in den Einzeldisziplinen hervorragend vertragen.

Besonders Ettlinger Sprinterinnen und Hürdenläuferinnen machten immer wieder von sich  reden. Sabine Staub, Baden-Württembergische Meisterin 1982 mit 11,84 sec, Stephanie  Eisele, die 1989 den Kreisrekord der weiblichen Jugend auf 12,12 sec verbessern konnte, Claudia Siegwarth, mit 12,06 Badische Vizemeisterin 1992, sowie Margot Plank, Annette  Rudorfer, Karin Lorenzen und Karin Honold, die ebenfalls konstant um die 12,0 sec laufen konnten, garantierten dem ESV immer wieder hervorragende Ergebnisse.

Stephanie Eisele, Quelle: BNN

Erwähnt werden sollte an dieser Stelle auch Sabine Hoven, die sich als Gehörlosensportlerin dem Sprintteam von René Asché angeschlossen hatte und 1992  Deutsche Doppelmeisterin der Gehörlosen über 100m und 200m werden konnte.

Sabine Hoven, Quelle: BNN

Diese Leistungsbreite war die Basis dafür, dass Ettlinger Sprinterinnenstaffeln immer wieder Meisterehren erringen konnten. So wurde die Frauen-Sprintstaffel des ESV 1981 Baden-Württembergischer Vizemeister mit einem neuen Kreisrekord von 47,73 sec.

4 x 100 m Frauenstaffel 1981, Quelle: BNN

Am Start waren von links: Karin Lorenzen, Sabine Staub, Karin Honold und Margot Plank.  Eine kleine Sensation war 1998 der Einzug der Jugendsprintstaffel in den Endlauf der  Deutschen Meisterschaften in Dortmund, wo die Ettlinger Mädchen mit 48,26 sec einen  neuen Kreisrekord erzielen und damit den 7. Platz in Deutschland belegen konnten. Heike Grimm, Stephanie Eisele, Bettine Reitze und Claudia Siegwarth waren zuvor auch Badische
Staffelmeisterinnen geworden. Bereits 1981 hatten Ettlinger Jugendsprinterinnen in Lahr  den Landestiel gewonnen. Bernadette Brougier, Annette Rudorfer, Karin Gregorius und Karin Honold hatten seinerzeit den Titel nach Ettlingen gebracht und

dabei den seit 1979 bestehenden Vereinsrekord, erzielt von Marie-Claire Enders, Karin Lorenzen, Anke Dubac und Margot Plank, deutlich verbessert.

Auch im 100m-Hürdensprint waren die Ettlingerinnen in diesen Jahren badische Spitzenklasse. Sabine Staub (1982 Kreisrekord mit 14,33 sec.), Annette Rudorfer, Karin Honold, die Badische Jugendmeisterin 1979, Heike Grimm und Karin Lorenzen (allesamt Kaderathletinnen im Landeskader von Trainer René Asché), lieferten über die Jahre konstant Klassezeiten und erreichten hervorragende Meisterschaftsplatzierungen im Hürdensprint.

Karin Lorenzen, Sabine Staub, Karin

Annette Rudorfer und Heike Grimm entwickelten sich später zu herausragenden 400m-Hürdeläuferinnen.

Annette Rudorfer (links), Quelle: BNN

Beide wurden in den Landeskader berufen und konnten Landesmeisterinnen werden. Heike Grimm, die bereits als B-Jugendliche die Kreisrekorde über 300m und 300m Hürden verbessert hatte, wurde 1992 mit einer Zeit von 62,08 sec Badische Meisterin und, genauso wie Annette Rudorfer bereits 1981, Vizemeisterin bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften. Ihr Mehrkampftalent hatte Heike 1989 unter Beweis stellen können, als sie den bis dahin bestehenden Kreisrekord verbessern konnte.